Das Land Sachsen-Anhalt hat - wie angekündigt - erstmals erfolgreich ein Kryptowertpapier mit einem Volumen von 100 Millionen Euro und einer Laufzeit von zwei Jahren begeben. Sachsen-Anhalt hat damit als erstes Bundesland eine Anleihe nach den Vorgaben des Gesetzes über elektronische Wertpapiere (eWpG) unter Nutzung der Blockchain-Technologie emittiert.
Finanzminister Michael Richter: „Mit dieser Emission ist dem Land Sachsen-Anhalt ein bemerkenswerter Schritt gelungen. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, bereits frühzeitig praktische Erfahrungen mit dieser Technologie zu sammeln.“
Mit der Eintragung in das Kryptowertpapierregister der DekaBank, des Wertpapierhauses der Sparkassen, wurde das Effizienzpotenzial der digitalen Emissionsform konsequent genutzt. Dadurch konnte ein Transaktionssettlement am Tag der Emission (t+0) erreicht werden. Üblich ist bei derartigen Emissionen eine fünftägige Bearbeitungsphase. Die DekaBank fungierte bei der Transaktion außerdem als Lead Arranger, Bookrunner sowie Zahlstelle und stellte über ihr Joint-Venture SWIAT GmbH die notwendige Blockchain-Infrastruktur bereit.
Die Ratingagenturen Moody’s, Fitch und Scope bewerteten das Kryptowertpapier des Landes analog zu konventionellen Landesanleihen mit ihren jeweiligen Bestnoten von Aa1 beziehungsweise AAA.
Die Emission stieß auf großes Interesse am Kapitalmarkt und wurde von einer breiten Investorenbasis getragen, darunter DekaBank, Helaba Invest KAG, KfW, LBBW, NRW.BANK, Union Investment und WI Bank sowie weitere institutionelle Anleger. Neben dem Wunsch, erste oder weiterführende Erfahrungen mit digitalen Anleihen zu sammeln, unterstützten die Investoren auch das Ziel des Landes, die Marktinfrastruktur und Marktpräsenz dieser innovativen Anleiheform weiterzuentwickeln. Im Vorfeld der Transaktion fanden intensive Gespräche mit Investoren über die eingesetzte Technologie sowie die strategischen Ziele des Landes statt.
Für das Land Sachsen-Anhalt handelt es sich um die erste Anleihe, bei der die bislang übliche Erstellung einer Globalurkunde vollständig durch die Eintragung in ein Kryptowertpapierregister gemäß den Vorgaben des elektronischen Wertpapiergesetzes ersetzt wurde.
Die im Rahmen der Transaktion gewonnenen Erkenntnisse werden nun systematisch ausgewertet. Hierzu erstellt das Ministerium der Finanzen eine Fallstudie, in der die praktischen Erfahrungen, zentrale Lernpunkte sowie mögliche Perspektiven für künftige Emissionen digitaler Wertpapiere dargestellt werden. Die Ergebnisse sollen zeitnah auf der Internetseite des Ministeriums veröffentlicht werden.

