An der Fachhochschule Polizei Sachsen-Anhalt ist im Beisein von Sachsen-Anhalts Innenministerin Dr. Tamara Zieschang eine neue Virtual-Reality-Anlage (VR) für die Landespolizei vorgestellt worden. Mit dem VR-System werden neue Maßstäbe im polizeilichen Handlungstraining gesetzt. Es ermöglicht die gezielte Schulung von Beamtinnen und Beamten zur Bewältigung hochkomplexer und herausfordernder Einsatzlagen sowie eine realitätsnahe Vorbereitung auf Echteinsätze, wie Messerangriffe, Fälle häuslicher Gewalt, Amoklagen oder Geiselnahmen. Die Gesamtkosten der VR-Anlage belaufen sich auf rund 1.250.000 Euro.
Ein Projektteam des Amts für Immobilien- und Baumanagement in Halberstadt hat die Bauausführung und Umsetzung betreut. Errichtet wurde ein Raum in Holzrahmenbauweise in den Abmessungen von ca. 13m x 18m in einem ehemaligen Speiseraum, der als ergänzende Außenhülle dient. Es handelt sich hierbei um eine „Haus in Haus“ Lösung. Diese ermöglichte eine durchgängig witterungsgeschützte bauliche Umsetzung.
Finanzminister Michael Richter: „Durch die Art und Weise des Baus wurde ganz im Sinne der Nachhaltigkeit und der Nutzung grauer Energien die vorhandene Bausubstanz zirkulär wiederverwendet. Ich danke allen am Bau Beteiligten und freue mich, dass unserer Polizei mit der neuen Anlage diese besondere moderne Trainingsmöglichkeit nun zur Verfügung steht.“
Innenministerin Dr. Tamara Zieschang: „Wer im Einsatz sekundenschnell Entscheidungen treffen muss, braucht bestmögliches Training. Unsere Polizistinnen und Polizisten handeln häufig unter erheblichem Druck – in dynamischen, unübersichtlichen und teils lebensbedrohlichen Situationen. Mit der VR‑Anlage wurde eine moderne und realitätsnahe Trainingsmöglichkeit für komplexe und gefährliche Einsatzlagen geschaffen und gezielt in die Sicherheit und Einsatzfähigkeit der Landespolizei investiert.“
Die moderne VR‑Anlage ist für bis zu vier gleichzeitig agierende Teilnehmende sowie einen Trainer ausgelegt und eignet sich sowohl für Einzeltrainings als auch für realistische, teambasierte taktische Übungen. Der Trainer kann aktiv in das Geschehen eingreifen, etwa in der Rolle eines vermeintlichen Täters, und den Trainingsverlauf flexibel sowie situationsbezogen an die jeweiligen Ausbildungsziele anpassen. Neben der Interaktion mit virtuellen und realen Menschen können realitätsnahe Darstellungen von Topographie und Infrastruktur für taktische und führungsbezogene Anwendungen simuliert werden. Die ersten Erfahrungen der bisherigen Nutzer der Landespolizei fielen durchweg positiv aus.
Die Maßnahme wurde aus Mitteln des Corona-Sondervermögens zur Stärkung der Pandemie-Resilienz des Landes und zur Aufrechterhaltung des polizeilichen Ausbildungs- und Handlungstrainings finanziert. Auch unter Pandemiebedingungen kann das VR-gestützte digitale Schieß- und Handlungstraining durchgeführt werden, da dieses Training zur Bewältigung polizeilicher Einsatzlagen sowohl im Zusammenspiel mit einem virtuellen „Partner“ als auch unter Wahrung von Mindestabständen mit einem realen Partner erfolgen kann.

