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Nach Millionen-Sanierung: Polizei-Gebäude in Magdeburger Innenstadt feierlich übergeben

In der Magdeburger Innenstadt haben Sachsen-Anhalts Innenministerin Dr. Tamara Zieschang und Landes-Finanzminister Michael Richter das umfassend sanierte Gebäude „Haus 4“ am 18. Mai 2026 offiziell an die Polizeiinspektion Zentrale Dienste übergeben.

Das markante, denkmalgeschützte Haus an der Hallischen Straße wurde 1887 errichtet und war Teil der damaligen Trainkaserne. Im Zuge der Sanierung wurde das Gebäude komplett entkernt und an die Anforderungen eines modernen Polizeidienstgebäudes angepasst. Es entspricht nun den aktuellen Standards hinsichtlich Sicherheit, Brandschutz, Barrierefreiheit und Statik.

Finanzminister Michael Richter: „Bauen im Bestand auf beengtem Raum, noch dazu in prominenter Innenstadtlage ist immer eine Herausforderung für die Kolleginnen und Kollegen vom Bau. Das gilt für die Planer ebenso wie für die Gewerke. Umso mehr freut es mich, dass wir hier heute das fertiggestellte Gebäude den zukünftigen Nutzern von der Polizei übergeben können. Der an Haus 4 angrenzende Wintergarten wurde – ebenso wie Haus 4 selbst – unter konsequenter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Anforderungen umfassend saniert. Ziel der Maßnahme war es, die historische Bausubstanz zu bewahren und zugleich einen modernen Ort der Begegnung zu schaffen, der zur Verbesserung der Arbeitsatmosphäre sowie zur Stärkung des gemeinschaftlichen Austauschs beiträgt. Eines ist sicher: Der schlechte Ruf des Standorts gehört definitiv der Vergangenheit an. Mein Dank gilt dem Projektteam vom Amt für Immobilien- und Baumanagement Magdeburg, das den Bau verantwortet, und seinen Partnern.“

Innenministerin Dr. Tamara Zieschang: „Nach vielen Jahren der Planung und Umsetzung ist aus dem einst stark sanierungsbedürftigen Gebäude ein hochmodern ausgestattetes Polizeidienstgebäude entstanden. Den heutigen Anforderungen an eine zukunftsfähige Polizeidienststelle wird es jetzt in jeder Hinsicht gerecht. Zugleich ist es gelungen, den denkmalgeschützten Charakter des Gebäudes zu bewahren und mit den räumlichen, funktionalen und technischen Erfordernissen der Polizeiinspektion Zentrale Dienste zu verbinden. Die umfangreiche Sanierung ist eine wichtige Investition in die Zukunft und die Sicherheit unserer Bürger.“

Mit der Fertigstellung des Gebäudes sind nun die Behördenleitung sowie zentrale Bereiche der Polizeiinspektion Zentrale Dienste aus der sich im hochwassergefährdeten Bereich Rothensee befindenden Liegenschaft August-Bebel-Damm 19 in das Stadtzentrum umgezogen. Das Innere des sanierten Gebäudes ist mit einem Neubau vergleichbar. Es sind moderne Büroräume entstanden, die den Beschäftigten optimale Arbeitsbedingungen bieten, ergänzt durch eine Vielzahl an Funktionsräumen. Insgesamt finden hier künftig fast 100 Beschäftigte auf rund 3.100 m² Hauptnutzfläche Platz, darunter Büroflächen, Besprechungs-, Technik- und Lagerräume sowie Schulungsbereiche. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst wird im Laufe des Jahres 2027 ebenfalls in das Gebäude einziehen, sobald die entsprechenden Außenanlagen im benachbarten Gebäudeteil fertiggestellt sind.

Die gesamte Baumaßnahme ist in mehrere Teilprojekte gegliedert, die noch nicht alle abgeschlossen sind. Entsprechend sind in den kommenden zwei Jahren weitere Fertigstellungen vorgesehen. So entstehen unter anderem ein Neubau (Haus A 2) zur Unterbringung des Zentralen Einsatzdienstes und des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Magdeburg sowie ein weiteres Gebäude (Haus B), das ein Parkhaus und Trainingsflächen für die Aus- und Fortbildung der Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten umfasst. Darüber hinaus werden die Häuser 1 und 2 saniert und durch einen Ergänzungsneubau (Haus C) erweitert, in dem künftig das Polizeirevier Magdeburg untergebracht sein wird. Zudem wird Haus 3 grundlegend saniert, in dem sich das Lage- und Führungszentrum der Polizeiinspektion Magdeburg befindet; hier entstehen ergänzend Umkleidebereiche im Dachgeschoss. Parallel zu diesen Maßnahmen wird auch an den Außenanlagen gearbeitet, die schrittweise fertiggestellt werden.

Während die Innenräume mit der Sanierung neu strukturiert wurden, blieb außen die charakteristische Klinkerfassade des Hauses erhalten und wurde durch neue Holzfenster ergänzt. Damit werden nun sowohl denkmalpflegerische als auch energetische und sicherheitstechnische Anforderungen erfüllt. Die Kosten für die Sanierung des Gebäudes belaufen sich auf knapp 30 Millionen Euro. Etwa sechs Jahre haben die Arbeiten insgesamt gedauert.

Im August 2026 wird die Sanierung des Hauses 4 komplett beendet sein, wenn im Foyerbereich des Hauses das Kunstwerk „Die Sterne“ der Berliner Künstlerin Susanne Ahner fertiggestellt ist.

Der gesamte Liegenschaftskomplex des ehemals militärisch genutzten Areals in der Sternstraße in Magdeburg ist als Flächendenkmal ausgewiesen. Die zwischen 1884 und 1887 errichteten Bestandsgebäude sind zudem als Einzeldenkmale im Denkmalverzeichnis eingetragen.

Realisiert wurde die Sanierung durch das Amt für Immobilien- und Baumanagement - weitere Informationen zum Projekt.